Immobilienfinanzierung in der Region

Kann ich mir eine Hausfinanzierung leisten?

Jeden Tag schreibt eine Zeitung entweder über niedrige Zinsen oder steigende Preise für Wohnhäuser und Eigentumswohnungen. Auch im Freundeskreis von Antje und Robert Schuhmann wird öfters über den Kauf eines Eigenheims gesprochen.  Arbeitskollegen berichten vom Kauf ohne Eigenkapital und einer ganz einfachen Finanzierung mit einer niedrigen monatlichen Rate.

Die Unsicherheit ist bei vielen Interessenten sicher ebenso groß wie bei unserem jungen Beispielpaar. Robert arbeitet seit einigen Jahren beim gleichen Arbeitgeber. Antje ist derzeit in Elternzeit und wird wohl im nächsten Jahr wieder teilzeit arbeiten wollen. Ziemlich unklar ist:

  1. Was kostet eigentlich so eine Imobilie, wie sie uns vorschwebt?
  2. Würde diese Wunschimmobilie auch eine Bank finanzieren?
  3. Welchen Lebensstandard können wir uns nach dem Hauskauf noch leisten?

Oder in einem Satz die Frage: Wie viel Immobilie können wir uns leisten?

Am Anfang aller Überlegungen und Planungen steht deshalb ein zweifacher Kassensturz:

  1. Wie hoch sind unsere monatlichen Einnahmen (in der Zukunft) und welche Ausgaben stehen dem gegenüber. Wohnkosten brauchen dabei nicht berücksichtigt zu werden, da dafür dann später die anfallenden Finanzierungs- und Unterhaltungskosten für die neue Immobilie angerechnet werden. Ein qualifizierter Immobilienberater kann dann schon (wenn er die Zukunftsplanungen kennt) solide ausrechnen, welche Finanzierungsssumme sie gut bedienen können.
  1. Gibt es derzeit bereits Vermögenswerte und welche Schulden sind vorhanden. Die Monatsrate ist ja schon beim Kassensturz zu 1) berücksichtigt. Aber für Antje und Robert ist es schon ein großer Unterschied, ob es in den zurückliegenden Jahren gelungen ist, schon etwas Rücklage anzusparen. Oder ob die Haushaltslage bisher so knapp war, dass die Aufnahme von Krediten notwendig war.

Etwas Rücklage ist normalerweise dafür notwendig, die notwendigen Nebenkosten eines Immobilienkaufs aus eigenem Geld zu zahlen. Hinter dem Begriff Nebenkosten verbergen sich:

  Maklercourtage 5,95 %
 Grunderwerbsteuer (in Hessen) 6,00 %
Notar- und Gerichtskosten ca. 2,00 %
Nebenkosten Gesamt ca. 14.00 %

Sofern also beim Erwerb des Eigenheims ein Makler mitwirkt, fallen beim Kauf einer Immobilie im Wert von               € 250.000 Nebenkosten in Höhe von bald € 35.000 an. Diese Summe sollte beim geplanten Kauf möglichst als Eigenkapital oder in anderer sicherer Form vorhanden sein.

Für unsere junge Familie ist nach positiver Beantwortung unserer zwei Kassensturz – Fragen der Fall einfach. Es lohnt sich, mit Hilfe eines Beraters einmal ganz konkret die Thematik Immobilienkauf zu prüfen.

Wenn eine der beiden Kassensturz – Fragen nicht zu einem positiven Ergebnis führt, gilt es, vor Beginn der Immobiliensuche mit einem Berater erst einmal die Frage zu erörtern, wie sich die eigene wirtschaftliche Situation so stabilisieren lässt, dass die Thematik Immobilienkauf nicht für alle Zeiten unmöglich erscheint.

Denn bei aller geboten Beachtung der anfallenden Risiken und der dauerhauft hohen Belastung aus der Immobilienfinanzierung: Es darf nicht vergessen werden, dass eine ähnlich hohe Belastung auf Dauer ja auch anfällt, wenn eine vergleichbar hohe monatliche Miete zu zahlen ist.

Ernst Reutzel

Merkantil – Beratung GmbH

https://www.merkantil.org/category/standpunkt

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