Planung – ein Albtraum?

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Planung – ein Albtraum?

An dieser Stelle soll jetzt nicht die ruhige, beschauliche Vorweihnachtszeit beschrieben werden. Zu groß ist die Gefahr, dass Sie vielleicht in diesen Tagen einmal das Parkhaus Hauptwache in der Frankfurter Innenstadt aufgesucht haben und bei den Wörtern „ruhig“ und „beschaulich“ einen Lach – oder Wutanfall bekommen.

Aber unbestritten beginnt bald nach der Advents- und Weihnachtszeit das neue Jahr. Und damit stellt sich für Sie die Frage:

Haben Sie einen Plan für 2015?

Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie, der Unternehmer mit einem klaren JA antworten, ist sehr groß. „Viel arbeiten, möglichst gute Geschäfte machen und hoffentlich am Ende des Jahres mehr Geld verdient haben als im Vorjahr“. So oder so ähnlich könnte die Antwort eines kleineren oder mittleren Unternehmens sein. In den wenigsten Fällen gibt es aber beispielsweise im Handwerk oder auch im Einzelhandel eine Jahresplanung, die wenigstens so solide sein sollte wie die Planung eines Arbeitnehmers.

Die Gründe für die fehlende Planung werden meist ganz einfach damit begründet, dass der Unternehmer (richtig) feststellt, dass er doch nicht wissen kann, was das neue Jahr bringt. Schließlich beschäftigen sich ganze Heerscharen von Fachleuten (Volkswirte, Analysten, Regierungen, Banken) damit, eine Vorausschau für die nächsten 12 Monate zu liefern. Prognose nennt sich das und zeichnet sich oft dadurch aus, dass hinterher genau erläutert werden kann, warum die Prognose nicht eingetroffen ist.

Aber genau darum geht es nicht! Niemand wird von Ihnen, dem kleinen oder mittleren Unternehmer, erwarten, dass er die genaue wirtschaftliche Entwicklung seines Unternehmens für das nächste Jahr vorhersagen kann. Das schaffen Weltkonzerne, Volkswirte, Analysten und Regierungen auch nicht. Also besser keine Planung als eine falsche Planung?

Vergessen Sie bei Ihren Überlegungen bitte nicht, dass Sie „durch Nichtstun“ am Silvesterabend ja bereits die Planung für das neue Jahr festgelegt haben. Ihr Unternehmen hat Maschinen, Fahrzeuge, vielleicht eine Immobilie und vor allen Dingen Mitarbeiter. Durch „Nichtstun“, haben Sie am 01.01. „festgelegt“, dass alle diese Vermögenswerte und Mitarbeiter unverändert so weiter machen wie bisher.

Das aber darf nicht das Merkmal eines Unternehmers sein, der seine Firma durch die nächsten 365 Kalendertage führen will. Von Ihren Mitarbeitern werden Sie (hoffentlich) erwarten, dass sie Ihnen Anfang Januar mitteilen, wann sie gerne Urlaub machen wollen. Und Sie werden von Ihren Angestellten (wahrscheinlich) auch erwarten, dass sie ihre Finanzen so planen, dass aus der Urlaubsreise und sonstigen Ausgaben keine Krise entsteht und es dadurch zur Lohnpfändung kommt.

Vielleicht sollten Sie deshalb auch versuchen, die Vorweihnachtszeit oder die Tage „zwischen den Jahren“ einmal ruhig und beschaulich zu gestalten. Einmal weg von der Tageshast! „Wer jetzt das Gesamtjahr noch nicht im Sack hat“, für den ist sowieso erst im neuen Jahr eine neue Gelegenheit. Also → je schwieriger es ist, 2014 „ruhig und beschaulich“ abzuschließen, umso wichtiger ist es, für das neue Kalenderjahr zu planen, damit es dadurch spätestens zum Jahresende ruhiger wird.

Im Grund genommen ist Ihre Planung nichts anderes, als eine vorweggenommene Gewinn- und Verlustrechnung, möglicherweise angereichert mit einigen markanten Veränderungen in der Bilanz zum 31.12.2015.

  • Wie viele Stunden arbeiten Ihre Mitarbeiter im Tagesdurchschnitt an Kundenaufträgen, die Sie in Rechnung stellen können? Oder anders gefragt: Wie viele Arbeitsstunden am Tag oder in der Woche bezahlen Sie Ihren Mitarbeitern, ohne dass ein Kunde Ihnen den Lohn erstattet?
  • Wie sehr glauben Sie eigentlich selbst daran, dass es ohne Veränderungen in Ihrem Unternehmen möglich sein wird, ein gleiches oder besseres Ergebnis als in 2014 zu erzielen?
  • Können Sie wirklich zu jeder Kostenposition in Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung erläutern, warum diese Größe genau so richtig und sinnvoll ist?

Sollten diese 3 beispielhaften Fragen provokant klingen, so ist dies beabsichtigt. Die Anzahl kleinerer und mittlerer Unternehmen mit einer für sie selbst zufriedenstellenden Antwort ist recht überschaubar. Und weitere vergleichbare Fragen gibt es in Hülle und Fülle.

Die Idee ist deshalb, Sie zu ermuntern, sich einmal 2 Tage Zeit für ein ruhiges Miteinander mit einer Excel – Tabelle, Ihrer Planung, zu nehmen. Geeignete Vorlagen, die individuell auf Ihr Unternehmen zugeschnitten sind, können von einem Fachmann innerhalb weniger Stunden geliefert werden. Und dann können Sie „in Ruhe damit spielen“!  Also beispielsweise unmittelbar sichtbar machen, wie sich voraussichtlich Ihr Jahresergebnis verbessert, wenn es Ihnen gelingt, die „unproduktive Zeit“ Ihrer Mitarbeiter täglich nur um 10 Minuten zu verbessern. „Unproduktiv“ hat übrigens nur selten die Ursache mangelnden Fleißes Ihrer Mitarbeiter. Vielleicht ist hier und da auch nur etwas umständlich organisiert.

Das „Sichtbarmachen“ Ihrer Überlegungen hinsichtlich der finanziellen Auswirkungen wird Ihnen anstehende Entscheidungen erheblich erleichtern.

Und es gibt einen weiteren, nicht zu unterschätzenden Vorteil einer „einfachen, aber ehrlichen Planung“: Sie ersehen unmittelbar, wenn etwas nicht nach Plan, also „aus dem Ruder“ läuft. Und Sie sehen auch die Ursache, so dass Sie sofort gegensteuern können.

Wenn Sie es effektiv angehen (sie wollen ja Zeit sparen), geben Sie die fertige Excel – Tabelle (Ihre Planung) Ihrem Steuerberater. Er wird die Daten in Datev übernehmen und Ihnen dann jeweils zum Monatsende mit der BWA die Abweichungen zu Ihrer Planung liefern. Sie erhalten also mit der BWA schon die Hinweise, wo „etwas aus dem Ruder gelaufen ist“.

Dies alles mit dem Ziel eines erfolgreichen neuen Jahres und einer dann nicht gar so hektischen Vorweihnachtszeit.

Viel Spaß bei und mit Ihrer Jahresplanung 2015.

Übrigens, den Spaß kann man sich auch noch Anfang des Jahres gönnen!

Limeshain, Dezember 2014

 

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